Gründung der Eiche Zunft
Text von Klaus I. und Anna die Sportliche
Vor, wie gesagt, 50 Jahren wurde im Rössli da drüben die Zunft gegründet. Man darf sich fragen, wie es überhaupt dazu kam. War das einfach so eine Blitzidee von ein paar Fasnachtsverrückten, oder war schon vor der Zunft etwas los in Hünenberg?
Ja, es gab etwas, und zeitweise ging die Fasnacht nicht spurlos an Hünenberg vorüber. Es existierte sogar eine Fasnachtsgesellschaft mit einem sogenannten Komitee, das an Umzügen in Schwarz und mit Zylinder auftrat.
Wie sie es zustande brachten, einen Umzug mit vier, fünf Wagen zu organisieren, scheint mir heute noch mirakulös. Die Vorbereitungen begannen jeweils kurz nach Weihnachten. Weilermässig baute man einen Sujetwagen – jene aus Stadelmatt, Chamau, Meisterswil etc. Ich habe alte Sujets gefunden: Reussbrücke, Desaster um den Mirage, Radio Hünenberg mit Werner Luthiger als Sprecher, Autobahnbau und so weiter.
Als kleines Mädchen aus dem Frauental wartete ich stets gespannt auf die Durchfahrt der Hünenberger Fasnachtswagen. Es war ein richtiger Korso und begann am Fasnachtssonntag im Dorf, ging über Sins – Mühlau – Bützen bei uns vorbei nach Hagendorn und Cham. Wie ich gehört habe, ging es manchmal am Fasnachtsmontag sogar bis nach Zug. Und überall fand ein Bühnenspiel statt, auf das wir uns freuten.
Doch in den Sechzigerjahren erlosch das Fasnachtsfieber zusehends. Knapp brachte man noch einen Kinderumzug zustande, und anfangs der Siebziger, genau gesagt im Jahre 1975, war eine Woche vor Fasnacht überhaupt nichts mehr im Tun.
So kam es, dass einige Unentwegte die Tradition Fasnacht nicht versanden lassen wollten. Vor allem fehlte es an den Finanzen. Würde man einen Verein gründen mit Vereinsbeiträgen, sähe die Sache besser aus. Gesagt, getan.
Am Männerchorball 1976 bahnten sie sich mit Kuhschellen bewehrt den Weg in den Ballsaal auf die Bühne. Dabei waren unter anderen Beda, Fränzi, Bruno, Werner Gretener, ich und weitere. Dort verkündeten wir, dass wir eine Zunft gründen möchten und dass wir Zunftmitglieder suchen. Wir gingen durch den Saal und sammelten Unterschriften. Es kamen etwa 50 Unterschriften zusammen.
Diese Frauen und Männer luden wir auf den 9. April ins Rössli zur Gründungsversammlung ein. Dort liessen wir auch den Namen „Eiche Zunft“ als Vereinsnamen bestimmen.
Der erste Zunftrat wurde gewählt. Er bestand aus:
Werner Gretener, Beda Boos, Franzi und Bruno Werder, Bruno Weibel, Paul Schmid, Werner Galliker (Beizer des Rössli), Hermann Achermann, Ueli Küng (der Käser) sowie Rita, damals noch Sidler, heute Huwiler.
Und ich musste in den sauren Apfel beissen und wurde erster Zunftmeister. Doch es wurden für uns herrliche Zunftjahre. Wie es weiterging, haben viele von euch teilweise oder sogar ganze 50 Jahre lang miterlebt.
Geniesst es, Zünfter oder Zünfterin zu sein.
Klaus I. und Anna die Sportliche
