Der Eichefrässer

eichefraesser01Die Eiche Zunft wollte in der Gründerzeit eine Symbolfigur schaffen, welche man am Ende der Fasnachtszeit auf dem Scheiterhaufen verbrennen konnte. Zunftgrafiker Werner Hofmanns Lieblingstier, die Sau, wurde so schnell zum Eichefrässer, dem gefürchigen, gefrässigen Wesen, welches einer Wildsau nicht unähnlich ist. Hermann Achermann zeichnete darauf die 3-dimensionalen Pläne, nach welchen der Eichefrässer noch heute mehr oder weniger detailgetreu konstruiert wird. Seit dem ersten Umzug begleitet der Eichefrässer die Hünenberger Fasnacht.

Jahrelang wurde er von vier kräftigen Männern auf einer Räderkonstruktion von einer Strassenseite zur eichefraesser02anderen gezogen und gezerrt und lernte die Zuschauer nochmals das Fürchten, bevor er nach dem Hünenberger Umzug auf dem Scheiterhaufen endete. Heutzutage wird der Eichefrässer auf einer Spezialkonstruktion an den Umzügen gefahren. 

Bereits 1979 gab es einen Anschlag auf den Eichefrässer, ihm wurde das Hinter zerschlagen. Bandagiert landete er dennoch auf dem Scheiterhaufen. 1981 wurde er Opfer eines Brandanschlages und wurde innerhalb von nur 3 Tagen komplett neu erstellt. 1984 wurde der Eichefrässer entführt, die Diebe konnten allerdings verfolgt und gestellt werden. Seit der Eichefrässer auf dem Dorfplatz aufgehängt wird, wurde zwar noch mehrmals die Aufzugsvorrichtung beschädigt, dem Eichefrässer passierte allerdings nichts mehr.  

 

Eiche-Orde-Wage

Mitten im Jahre 1979 machte sich eine Delegation des Zunftrates unter der Federführung von Brigitte Baumgartner auf, um bei Hans Schwerzmann an die Türe zu klopfen. Anstelle eines gebändelten Willisauer Ringlis sollte ein veritabler Eiche-Orde her. Teige wurden fahrhabeOrdenhergestellt, Gebäcke verköstigt, bis man sich auf das Ur-Rezept einigte und Brigitte versprach, auf Lebzeiten den Hühnern die dafür benötigten Eier abzuluchsen. Am Umzug 1980 kamen die mit Holzmodel gefertigten Orden erstmals zum Einsatz.

Schon bald musste der erste Holzwagen ersetzt werden und es kam ein 100-jähriger Leiterwagen zum Einsatz, welcher 1993 abgelöst wurde durch den von Pius Käppeli speziell angefertigten Eiche-Orde-Wage. Lange Zeit oblag es dem Eiche-Orde Rezeptlieferanten, den Eiche-Orde-Wage an den Umzügen zu ziehen, was sich nicht geändert hat, ist, dass das Eichen-Orden-Buch mit den 10 Eichen-Orden-Geboten jeweils an die abtretende Zunftmutter übergeben wird. Ihr obliegt die Aufgabe der Organisation des Backens und der Orden-Frauen und das Weiterführen des Ordens-Buches.

 

WÖ-CHU-CHU-CHE oder die Geschichte der Kafisüüdi

kafi001Ebenfalls im Jahr 1980 erhielt die Eiche Zunft von Hans Knecht im Auftrag der Stuag ein fahrbares Kupferchessi. kafi003Dieses sch-CHUchi-CHUpfer-CHEssi wurde von findigen Zunft-Köpfen dazu genutzt, einen Kaffee zu brauen, welcher am Umzug ausgeschenkt werden konnte. Angestachelt vom Erfolg bei den Zuschauern und den Umzugsteilnehmern baute der damalige Zweite Zunftmeister Werner Paul das Chupferchessi soweit aus, dass ein zweiter und dritter Sud gemacht werden konnte.

Einige Jahre später entstand aus diesem Werk die 2. Süüdi, der sogenannte Entlebucher Hochaltar, welcher ebenfalls noch auf einem einachsigen Anhänger Platz hatte. 1986, zum 10-jährigen Jubiläum schenkte die Guggenmusik Quaker der Eiche Zunft eine Eich(l)e-Suppenmaschine. Dieses Geschenk hat die Kafi-Süüdi-Crew wohl so angestachelt, dass man sich in Bruno Werders Scheune zurückzog und gewaltige Pläne schmiedete. Dank der Unterstützung des lokalen Gewerbes und tatkräftigen Helfern entstand im kafi002Verborgenen und in unzähligen Stunden, was später mit den Worten

"Die Schönste... die Grösste... die Einmaligste.."

kafisuedigutumschrieben wurde, DIE Kafisüüdi der Eiche Zunft Hünenberg. Die Grösste fahrbare Strassenkaffeemaschine mit einem Bruttogewicht von 2740 kg, 6 Warmwasserspeicher für 800 Liter Wasser, über 70 Meter Wasserleitungen, Aufzugskran für 25 Liter Schnapsstandflaschen, Chromstahlbehälter für 50 kg Zucker, dem Original-Kupferchessi, Allwetterstoren und vielem mehr. An der Pfarreifasnacht 1988 wurde die Kafisüüdi der Hünenberger Bevölkerung erstmals vorgestellt.  Mit dem Vermerk "zu einmalig" wurde 1988 der Eintrag ins "Guinessbuch der Rekorde" abgelehnt. Dank einem Fernsehauftritt bei der Sendung "Für Stadt und Land" mit Wisel Gyr kam die Kafisüüdi auch zu einer Dampfpfeife. Noch heute ist das Pfeifen ein untrügliches Zeichen für einen heissen und gut geölten Eiche-Kafi. Die Schönste ist und bleibt die Kafisüüdi sowieso, nicht nur wegen den ursprünglich etwa eingesetzen 1000 Arbeitsstunden, sondern auch, weil die Kafisüüdi-Crew jährlich das Prunktstück repariert, wartet und liebevoll pflegt.

 

Der Marronimaa

weinglasEs war - wie mit vielen Ideen rund um die Zunftfahrhabe - im Jahre 1983 eine Philosophiestunde nach einem albertgelungenen (Garten-)Fest, als in diesem Falle Albert Stillhart und Romeo Barbara sinnierten, was man der Zunft sonst noch Gutes tun könnte. Nicht mehr allzu fern war der Tag, als sich beim damaligen Zweiten Zunftmeister das Wort Marroni entlocken liess. Albert Stillhart übernahm diesen Gedanken und brütete eine lange Zeit an dieser Idee herum.

1985, beim Sau auf! präsentierte er voller Stolz dem Eichevolk den Marroniofen Marke Eigenbau und verköstigte die fröstelnde Menge mit frisch gerösteten Marroni. Doch der Ofen verlor zuviel Wärme und der Marronimaa war nicht immer glücklich über das Resultat. peterDank einer grosszügigen Spende von Hans III. und Fredi Widmer konnte man einige Jahre später einen kupfernen Waschbottich erstehen, den Albert Stillhart mit einem Brateinsatz versah und die Marroni genau auf den Punkt garte.

Nach Albert, dem Marronimaa übernahm Cäsar I. von 1993 - 1998 die Aufgabe des Marronimaa, gefolgt von Peter Gamma, der von 1999 - 2011 nicht nur sein ganzes Herzblut in die Figur des Marronimaas steckte, sondern auch in liebevoller Arbeit den Marroni-Ofen hegte und pflegte. Aktuell besteht beim Marronimaa eine Vakanz.